Samstag, 20. Juli 2013

Schlimme Dinge:

Tjaha - trotz all dem Fleiß, dem artigen Nachhaken, den nervigen Anrufenlassen und herrumrennen, ist es dann doch nicht so gekommen wie im Frau-Holle Märchen - nur irgendwie völlig falsch rum.
Für mich sieht es so aus, als wäre die Krankenkasse jetzt die Pechmarie und ich Frau Holle - leider gibt sie das Pech aber an mich mit einem ekligen Grinsen zurück.

Hallo meine lieben Andershörer,
schnappt euch das Popkorn, lehnt euch zurück, macht die Horror-Musik an.
Ich habe meine erste Ablehnung im Haus.

Nein, die Krankenkasse will nicht übernehmen, hieß es. Nein, nein...
Wir haben das alles am Mittwoch erfahren, telefonisch. Und da konnte man uns noch nicht einmal den Grund nennen. Unter Tränen wurde dann ersteinmal versucht Ruhe zu bewahren, vor Allem, wenn man nur zu hören bekommt: "Ne... ja, ist nicht drin, warum kann ich Ihnen nicht sagen."
Da spekuliert der Kopf dann los. Von "noch nicht genug Schwerhörig" bis hin zu "die glauben, ich habe einen an der Klatsche" war alles dabei. Der Mittwoch war wirklich kein schöner Tag.
Generell glaube ich, dass man dazu neigt, sich selbst ziemlich zu bemitleiden. Ich hab das Gefühl, dass die Zeit schmilzt und ich am Ende nichts mehr auf die Reihe bekomme :) Unitechnisch, Menschentechnisch. Aber hey, wir alle haben manchmal diese Gedanken, dass man irgendwie einfach nur zu 'blöd' ist. Also die hab ich zumindest manchmal: 'Ich hör nicht schlecht, ich bin einfach nur zu blöd die Leute zu verstehen.'

Aber tief durchgeatmet, die Tränen weggewischt, die Nase geputzt, sich hingesetzt und einen Tag lang versucht nicht an all die ganzen Unanehmlichkeiten zu denken, sich ein wenig mit seinen Hobbies ablenken (aber auch nicht zuviel, da herrscht gerade ein wenig Zwist in der Hobby-Lobby, der auch nicht zum gewünschten Entspannungsgrad beiträgt). Ich bin eh der Meinung, dass ich nach der ganzen Sache vielleicht mit einem Dafür-Ausgebildeten über meine doofen Ohren reden sollte - oder die Probleme lösen sich von alleine.
Wo war ich?
Ach so.
Ich habe mich den ganzen Mittwoch gefragt:
Warum, verdammtnochmal!?!

Hannover hat gesgat, dass das schon nicht abgelehnt wird.
Mein Arzt sagte das.
Mein gesammter Freundeskreis hat es gesagt!
Na, irgendwo muss da doch wohl ein Fehler im System sein!

Dann kam am Donnerstag der Brief an.

So, und hier fängt jetzt die gesamte Geschichte chronologisch nochmal von vorne an, damit wir den Spannungsbogen künstlich in die Länge ziehen.
1. Den Antrag auf volle Kostenübernahme (im Folgenden 'Wisch') wurde bei der Krankenkasse abgegeben. Ungefähres Gespräch: "Brauchen Sie noch etwas von mir, Herr Krankenkassen-Mitarbeiter-mit-Vollbart? Haben Sie wirklich alles?" - "Aber natürlich Fräulen Doofes-Ohr, wir haben den Wisch und ich hab den weiter geleitet, das geht an den Medizinischen  Dienst der Krankenkassen, und die fertigen ein Gutachten an und das wir dann von uns bewertet und Sie bekommen bescheid."
 2. Zwei Tage später bekomme ich einen Brief in dem steht, dass mein Wisch jetzt bei einer Frau Krankenkassen-Mitarbeiterin-im-Ruhrgebiet ist und sie sich jetzt um mich kümmern wird. Wir haben ihre Mailadresse und ihre Telefonnummer und mein lieber Freund und ich wissen, dass wir beides gegen die Zeittrödler verwenden werden!
3. Wir rufen eine Woche, nachdem wir den Wisch abgegeben haben, mal bei der Frau Krankenkassen-Mitarbeiterin-im-Ruhrgebiet an und fragen da mal, wie man das Ganze ein wenig beschleunigen kann. Nachgestellte, ungefähre Antwort: "Also, meistens läuft es bei uns so. Wir schicken den Wisch an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen und die schauen darauf und sagen dann: Ja, supi, machen wir das; liebe Krankenkassen, dürfen wir denn bei den Ärzten von Fräulein Doofes-Ohr nachfragen? Wir brauchen da die Entbindung von der Schweigepflicht." - "Ach so und dann?" - "Dann erst würden wir Sie anschreiben, dass wir die Entbindung brauchen, und dann schicken wir die weiter zum Medizinischen Dienst. Und wir verkürzen das, indem Sie uns das einfach jetzt schon mal vorsorglich zukommen lassen, dann geht das schneller, dann kann das besser bearbeitet werden."
4. Ich schicke ihnen also eine Woche, nachdem sie den Wisch haben die Entbindung der Schweigepflicht zu.
5. Wir telefonieren hin und wieder mal, fragen nach, und Frau Krankenkassen-Mitarbeiterin-im-Ruhrgebiet ist auch immer ganz nett, obwohl es irgendwie nie mehr die gleiche Frau zu sein scheint... naja, egal.
6. Wir bekommen telefonisch ohne Begründung eine Absage am Mittwoch die Woche drauf.
Ganz viele Tränen - ich hab schon lange nicht mehr so geweint, weil ich es einfach nicht verstehen konnte! Mir hat ja auch niemand gesagt 'Warum'. Da kommt man sich ja ganz schön blöd manchmal vor, aber naja,... man kann nicht immer nicht-weinen. Manchmal glaube ich, dass ich aber auch schon nicht mehr nicht-weinen kann... So eine kleine Mimose bin ich ja schon (ich höre das kleine Mimimi von meinem Lieblings-Kleinen-Violinen-Spieler).
7. Der Brief der Krankenkasse mit der Begründung kommt am Donnerstag dann an:

"Abgelehnt,... insbesondere, weil nicht genügend Daten vorliegen. Keine Audiogramme, keine Messungen, kein Nichts. Gar nichts."

Mooomentmal.
Wir erinnern uns an Punkt 3 und Punkt 4 meiner Geschichte.
Hatte ich da nicht diese olle Entbindung hingeschickt (scheint ja doch ein schwerzubekommenden Kind zu sein, wenn sie es immer noch nicht gehabt hätten, oder?)

Der Griff zum Telefon von meinem liebsten Freund und besten Telefonierer (ich will immer 'mein Mann' schreiben) und da waren wir dann gespannt, was die Frau Krankenkassen-Mitarbeiterin-im-Ruhrgebiet dazu zu sagen hatte.

Achtung, fertig, los:
Naaaa - diese Entbindung zählte nicht, weil die erst nach dem Wisch eingereicht worden ist. 



Ja, wie. Will uns jetzt mittlerweile jeder irgendwie an der Nase herrumführen? Müssen wir jetzt von der Krankenkasse miese Intrigen erwarten und mit Unehrlichkeit kämpfen? Haben wir nicht irgendwann mal gefragt, ob alles so gut ist? Naja. NAJA...
Sowas macht wütend und frustriert - kann man da dann noch irgendeinem Mitarbeiter glauben?

Wir haben dann natürlich gefragt, was wir jetzt tun müssen - und da wurde dann doch Ernsthaft mit einem "Ich weiß nicht so richtig" geantwortet. "Ich weiß nicht so richtig, ob Sie jetzt einen ganz neuen Antrag stellen sollten, oder lieber Widerrufen..."

Ich hab mich dann ntschieden noch mal in Hannover anzurufen (anrufen zu lassen ;) ) und da war die Reaktion dann wieder richtig witzig aus der Sicht, dass man sich selbst so Hilflos fühlt.
Mit Empörung hat man uns durch den Hörer dann gebeten den Brief der Krankenkasse einzuscannen und rüber zu schicken, da ginge doch etwas nicht mit rechten Dingen zu.
Gesagt, getan und das ist jetzt mein neuster Stand:

Ich warte mal wieder auf Rückmeldung - diesmal aus Hannover.

Mein Arzt in Hannover hatte meiner Mutter und mir ja vor nicht ganz einem Monat gesagt, dass alles passen würde - und wenn die Krankenkasse stress macht, dann sollen wir uns melden, dann kümmert man sich in der Klinik darum.
Und darum weiß ich gerade auch wirklich nicht mehr so genau, ob ich jetzt nächste Woche operiert werden soll, oder nicht - aber ich gehe erstmal davon aus, dass nicht.
Da wird aus meiner Sicht jetzt noch ein langer Monat ins Land ziehen...


Also noch einmal für die, die einen ähnlichen Weg gehen wollen wie ich:
Wenn ihr soweit seit, dass ihr endlich den Antrag auf Kostebübernahme für die Krankenkasse in den Händen haltet, dann schreibt eine simple Entbindung der Schweigepflicht (bitte darauf achten, dass das ganze auf die Situation mit dem Cochlea-Implantat begrenzt bleibt und nach Klärung entfällt), damit ihr es zusammen abgeben könnt!
Man kann nur drei Mal Widerspruch einreichen - und danach muss man vor Gericht. Bei mir ist jetzt ein Widerspruch wahrscheinlich weg, dadurch, dass wir nicht anständig von der Krankenkasse beraten worden sind.

Ich halte euch auf dem Laufenden ;) 
Und damit ich jetzt nicht vor Ungeduld in der ganzen Sache anfange irgendwelchen weiteren Unfug zu schreiben, verabschiede ich mich für diesen Post bei euch!
Bis zum Nächsten,

eure Katharina

Kommentare:

  1. Boah, immer diese Vogonisten. CI sind sehr teuer, die Kassen versuchen ihre Versicherten mit allen bürokratischen Tricks, davon abzubringen, weil die Leute mit dem Papierkram nicht klarkommen. Lass dich nicht beirren, du kriegst das durch.

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    1. Danke für deine Worte! Ich bin echt fasziniert von diesen Tricks, die die auf Lager haben - manchmal glaub ich dann auch, dass die oberste Etage der KK ihre Mitarbeiter extra Informationen vorenthält, nur, damit man hinterher sagen kann, dass da etwas nicht richtig gelaufen ist...

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  2. Gibt es denn jetzt einen neuen Stand? Ist ja schon einen ganzen Monat her!

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